900 Tage mit der RX100: Sonys Kompaktkamera im Langzeittest

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Exakt 900 Tage ist es jetzt her, seitdem meine Sony RX100 hier eingetroffen ist. Die Kamera hat sich in der Zwischenzeit als wahres Erfolgsmodell für Sony entwickelt und mit den neueren Modellen RX100 II und RX100 III gibt es zwei zusätzliche Varianten. Doch wie hat sich die erste RX100 in den letzten zweieinhalb Jahren in der Praxis geschlagen? Ein Rückblick …

Im August 2012 war Sonys RX100 noch ziemlich frisch auf dem Markt, mit gut 600 Euro war die Kamera damals auch entsprechend teuer. Für eine anstehende Urlaubsreise sollte jedoch ein kompakter Ersatz für die vergleichsweise schwere und klobige Spiegelreflexkamera gefunden werden – und da bot sich die RX100 mit ihrer hervorragenden Bildqualität und der hohen Auflösung einfach an!

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Im Laufe der Zeit haben sich einige Zubehörartikel für die RX100 gefunden: So war vom Start weg die Kameratasche Stile Nano I von Manfrotto ein stetiger Begleiter. Kleine Kratzer blieben auf dem rückseitigen Display nicht aus, dagegen half dann das einfache Anbringen einer Schutzabdeckung. Eine SD-Speicherkarte mit Wi-Fi überträgt inzwischen die Bilder drahtlos über das W-Lan auf den Computer und mit dem magnetischen MagFilter lassen sich ganz einfach Filter am Objektiv benutzen. Letztlich sorgt noch der RX100-Haltegriff von Sony für eine bequemere Handhabung der Kamera! Weitere Infos zu diesem und anderem Zubehör finden sich im Artikel „Individuelles Zubehör für die Sony RX100”.

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Mit 20 Megapixeln bietet die RX100 nach wie vor eine der höchsten Auflösungen in ihrer Klasse. Bestechend dabei ist aber vor allem der Umstand, dass sich diese Auflösung auch tatsächlich nutzen lässt: Während viele andere Kompaktkameras bei Betrachtung eines 100% Bildausschnitts oft nur einen matschigen Pixelbrei zeigen, überzeugt die RX100 mit ihrer detailreichen Abbildung.

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So lassen sich mit der RX100 dank der hohen und tatsächlich nutzbaren Auflösung auch Bildausschnitte erstellen, die selbst nach dem Zuschnitt eine immer noch ausreichende Größe haben. Die beiden Fotos oben und unten zeigen auf der rechten Seite jeweils einen 100% Ausschnitt des ursprünglichen Fotos auf der linken Seite.

Zur Darstellung auf der Website wurden die Fotos in ihrer Gesamtgröße verkleinert, mit einem Klick auf die Fotos lassen sich diese etwas größer darstellen. Querformatige Fotos sind für die Website auf 1000 Pixel Breite skaliert, im Original haben sie eine Breite von 5472 Pixel.

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Allein für den Einsatz unterwegs lohnt sich die RX100 dank ihrer kompakten Abmessungen: Sie ist tatsächlich für die Hosentasche geeignet und insbesondere im Urlaub führt man die Kamera einfach gerne mit sich. Bei dieser Größe und dem geringen Gewicht gibt es schlicht keinen Grund mehr zu überlegen, ob es sich nun „lohnt“ die Kamera mitzunehmen. Beim spontanen Fotografieren unterwegs lernt man auch schnell die zuverlässigen Automatik-Modi schätzen – insbesondere der Modus „iA+“ liefert bei statischen Motiven durch automatische Mehrfach-Belichtungen selbst unter schwierigen Lichtverhältnissen sehr gute Ergebnisse.

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Doch auch für den, der nicht nur spontan „knipsen“ möchte, ist die RX100 durchaus interessant: Hier auf der Website wurden im Grunde alle eigenen Fotoserien mit der RX100 aufgenommen (zum Beispiel die DIY-Artikel, Testberichte zu Sennheisers Momentum Kopfhörer, den Fahrrädern Schindelhauer Friedrich und Coboc eCycle oder der Rundgang Möbelmesse). An der Kamera lassen sich alle wichtigen Einstellungen wie Blende, Belichtungszeit, ISO und Weißabgleich manuell festlegen. Mit der Möglichkeit, verschiedene Filter am Objektiv nutzen zu können, ergeben sich zudem viele zusätzliche Freiräume in der Bildgestaltung (zum Beispiel beim Einsatz eines Graufilters im Wasserfall-Foto unten).

Bei den manuellen Einstellungen erweist sich allerdings die kompakte Bauform der RX100 als kleiner Nachteil, da es eben nur wenige Bedienelemente am Gehäuse gibt. Erweiterte Einstellungen müssen erst über das umfangreiche Bildschirmmenü ausgewählt werden, was manchmal umständlich und zeitraubend ist. Wer allerdings nur eine einzige Kamera haben möchte und sich mit diesem Kompromiss arrangieren kann, findet in der RX100 eine wirkliche Allzweckkamera!

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Kann ich auch nach zweieinhalb Jahren noch die RX100 empfehlen? Absolut! Die Kamera hatte bisher keinerlei Ausfälle, sieht dank des hochwertigen Metall-Gehäuses immer noch nicht ramponiert aus und begeistert nach wie vor mit ihrer Bildqualität. Wer mit den wenigen Abstrichen bei der Bedienung leben kann und mit dem etwas geringen Zoombereich klarkommt, dürfte mit der RX100 nichts falsch machen.

Nun gibt es aber inzwischen drei RX100 Modelle und hier dürfte die Entscheidung schon schwerer werden: Für mich persönlich wäre das klappbare Display der Nachfolger-Modelle insbesondere bei Aufnahmen aus niedriger Höhe sehr reizvoll, das lichtstarke Objektiv der RX100 III ebenso – auch wenn hier der Zoombereich nochmals geringer wurde. Vielleicht bringt eine kommende RX100 IV in diesem Jahr auch noch integriertes GPS mit, was dann endgültig ein weiterer Anreiz zum Upgrade wäre …

Letztendlich kann man die Kaufentscheidung aber auch am Preis festmachen: Den Einstieg bietet die Sony RX100 für aktuell rund 350 Euro, die Sony RX100 II ist für knapp 500 Euro zu haben und für gut 700 Euro erhält man die Sony RX100 III – gute Fotos liefern dabei alle drei Modelle!

Hinweis: Viele interessante Zubehör-Teile für alle Sony RX100 Modelle finden sich im Artikel „Individuelles Zubehör für die Sony RX100”.


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3 Kommentare

    • Jens
    • // > 21.02.15 @ 21:06

    Vielen Dank für den tollen Bericht. Ich bin auch gerade auf der Suche nach ner neuen Knipse, die nicht zu groß ist und trotzdem etwas lichtstärker als meine alte Ixus.
    Ich denke mit der RX100 kann ich trotz des „Alters“ gut leben – zumal auch mein Budget eher begrenzt ist.

    • Kabelbaum
    • // > 01.03.15 @ 20:47

    Auch vielen Dank für deinen informativen Bericht über die RX100. Sie kommt beim nächsten Mal sicher in meine engere Wahl.
    Allerdings eine Anmerkung zu deinem Wunsch GPS. Bei meiner jetzigen Nikon Coolpix P330, die ich extra wegen dem inzwischen seltenen vertretenen GPS angeschafft habe (der Nachfolger P340 hat es nicht mehr, dafür WLAN), dauert die Aktivierung des WLAN rund drei Minuten und funktioniert nur im Freien.
    Ich war ein wenig vom (Firmen-)iPhone 5s verwöhnt, das in Sekunden den Standort bestimmt, dabei aber wohl noch Telefonnetz und WLANs nutzt.
    Ausserdem verbraucht das eingebaute GPS angeblich auch ausgeschaltet relativ viel Strom (max. 130 Fotos). Schaltet man die Kamera aus, was ich sicherheitshalber relativ oft mache, findet das GPS beim erneuten Einschalten den Standort etwas schneller, aber es kann erneut 30 Sekunden bis eine Minute dauern. Ein Spontanfoto ist damit nicht möglich.
    Die GPS-Daten der paar Fotos, bei denen es geklappt hat, lassen sich dann allerdings auf dem iMac mit iPhoto wunderbar auslesen und die Orte in einer Weltkarte finden und darstellen.
    So hat alles seine Vor- und Nachteile. Aber möglicherweise schafft Sony es ja, ein beschleunigtes GPS in eine kommende RX100 einzubauen. Dann wäre sie auch für mich die ideale Kamera
    Kabelbaum (München)

    • unhyped
    • // > 04.03.15 @ 11:33

    Dass ein eventuell kommendes GPS dann auch gut funktioniert, wäre natürlich schon von Vorteil ;-) Ich hatte mal zum Test einen GPS-Tracker am Smartphone laufen und später hätte man die GPS-Daten mit den EXIF-Daten der Fotos zusammenführen können – so richtig funktioniert hat das aber nicht; daher könnte ein interner Tracker schon von Vorteil sein.

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