Basiswissen für Einsteiger: Informationen und Grundlagen rund um Plattenspieler

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Die Schallplatten-Verkäufe steigen seit Jahren weiter an und immer mehr Hersteller bringen neue Abspielgeräte auf den Markt. Dieser Artikel bietet grundlegende Informationen und Basiswissen rund um das Thema Plattenspieler – für alle, die auf den Vinyl-Geschmack gekommen sind.

Bauteile des Plattenspielers:

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Grundlegende Bestandteile des Plattenspielers sind das Gehäuse samt Plattenteller (auf den die Schallplatte gelegt wird) sowie der Tonarm mit dem Tonabnehmer. Letzterer ist abnehmbar und kann bei Verschleiß – oder beim Wunsch nach besserem Klang – ausgetauscht bzw. durch ein hochwertigeres Modell ersetzt werden. Des weiteren bietet ein Plattenspieler immer mindestens zwei Geschwindigkeiten zum Abspielen einer Schallplatte: 33 Umdrehungen für 12″ Langspielplatten (LP), 45 Umdrehungen für die kleinen 7″ Singles und viele 12″ Maxi-Singles.

Antrieb des Plattenspielers:

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Aktuelle Plattenspieler sind entweder mit einem Riemanantrieb oder mit einem Direktantrieb ausgestattet.

  • Der Riemenantrieb ist technisch einfacher gehalten: Hier ist der Plattenteller über einen Gummiriemen mit dem Motor verbunden und wird so angetrieben. Nachteil: Irgendwann kann der Riemen ausleiern oder spröde werden, ein Austausch ist jedoch meist einfach und preisgünstig möglich.
  • Bei Plattenspielern mit Direktantrieb sitzt der Motor direkt unter dem Plattenteller. Diese Antriebsart ist vorrangig bei DJ-Geräten verbreitet, da sich damit deutlich besser scratchen lässt – verglichen mit dem Riemenantrieb ist hier nämlich kein Widerstand und keine Verzögerung durch die schnellen Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen der Schallplatte spürbar.

Für eine hochwertige Musikwiedergabe taugen grundsätzlich beide Antriebsarten.

Das gewisse Extra – Komfortausstattung des Plattenspielers:

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Der Komfort fängt schon bei der Einstellung der Abspielgeschwindigkeit an: Bei Plattenspielern mit Riemenantrieb ist es nämlich grundsätzlich möglich, den Riemen zur Änderung der Geschwindigkeit per Hand umzulegen – ein Umstand, den mancher Hersteller nutzt, und auf eine elektronische Umschaltung der Geschwindigkeit verzichtet. Für den Anwender ist das manuelle Umlegen des Riemens natürlich weniger komfortabel als das Betätigen eines Schalters. Beim Kauf eines Plattenspielers mit Riemenantrieb sollte man darauf also Acht geben – sofern einem dieser Punkt wichtig ist. Bei direktgetrieben Plattenspielern erübrigt sich hingegen diese Frage: Bedingt durch ihre Bauart erfolgt hier die Umschaltung der Geschwindigkeit immer elektronisch per Schalter.

Ganz unabhängig von seiner Antriebsart kann bei einem Plattenspieler zudem zwischen drei Ausführungen unterschieden werden: Manuelle, halbautomatische und vollautomatische Plattenspieler.

  • Beim manuellen Plattenspieler muss man zum Abspielen der Platte den Tonarm von Hand auf selbige legen. Ebenso erkennt ein manueller Spieler das Ende der Platte nicht, d. h. er dreht in der Endlosrille der Schallplatte einfach weiter, bis man den Tonarm von der Platte nimmt.
  • Halbautomatische Plattenspieler erkennen das Ende einer Platte und führen den Tonarm automatisch zurück. Zum Abspielen muss man den Tonarm aber manuell auf die Platte setzen.
  • Der vollautomatische Plattenspieler übernimmt alles: Von Anfang bis zum Ende der Schallplatte wir der Tonarm automatisch bewegt.

Damit ist ein vollautomatischer Plattenspieler zwar zweifelsohne sehr komfortabel, doch trotzdem bevorzugen viele bewusst ein manuelles oder halbautomatisches Modell – da sich dieses direkter und schneller bedienen lässt (man muss nicht auf eine träge Automatik warten).

Hersteller von Plattenspielern:

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In den letzten Jahren hat sich das Angebot an Plattenspielern stark gewandelt: Immer mehr große HiFi-Hersteller drängen (wieder) mit neuen Modellen auf den Markt, darunter unter anderem Sony, Pioneer, Teac und Onkyo. Selbst die Plattenspieler-Legende SL-1200 von Technics wird ab 2016 wieder neu produziert.

Daneben gibt es natürlich auch zahlreiche Firmen, die sich speziell auf das Thema Plattenspieler konzentrieren: Darunter zum Beispiel der Weltmarktführer Pro-Ject aus Österreich mit zahlreichen unterschiedlichen Modellen in allen Preiskategorien sowie viele Kleinserienhersteller mit exklusiven High-End-Modellen.

Trotz des inzwischen wieder großen Angebots an Plattenspielern sehen sich manche Modelle unterschiedlicher Hersteller doch verblüffend ähnlich. Hintergrund ist dabei der, dass einige Hersteller auf vorhandene Plattenspieler-Modelle von OEM-Produzenten (allen voran Hanpin aus China) zurückgreifen. Diese werden dann nach den Wünschen der Hersteller etwas in Aussehen und Funktionsumfang abgeändert, die Basis bleibt aber weitgehend identisch.

Was kostet ein guter Plattenspieler?

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Eine Frage, die sich kaum beantworten lässt – vieles hängt von der Ausstattung und den verbauten Komponenten (z. B. dem Tonabnehmer) ab, ebenso spielt wie immer der Name des Herstellers eine Rolle.

Grundsätzlich sollte ein guter Plattenspieler jedoch stets möglichst geringe Gleichlaufschwankungen, eine Anti-Skating-Einstellmöglichkeit und einen austauschbaren Tonabnehmer besitzen. Zudem ist ein höhenverstellbarer Tonarm von Vorteil – bei günstigen Geräten ist diese Möglichkeit allerdings selten geboten.

Der Einstiegspreis für ein gut verarbeitetes Markengerät startet zwischen 200 und 300 Euro inklusive Tonabnehmer, nach oben gibt es kaum Grenzen – allein schon deshalb, weil sich im Phono-Bereich viele Audiophile mit ganz anderen Ansprüchen tummeln. Paradox: Oftmals bieten gerade die günstigeren Geräte im Vergleich zu teureren Modellen eine deutlich umfangreichere Ausstattung (zum Beispiel einen integrierten Phono-Vorverstärker oder USB-Anschluss). Hier sollte man sich natürlich im Klaren sein, dass die Qualität bei Klang und den verwendeten Bauteile geringer ausfallen dürfte.

Inbetriebnahme – den Plattenspieler anschließen: 

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Plattenspieler geben ein recht leises Signal aus, weswegen früher fast alle Verstärker bzw. Receiver einen sogenannten Phono-Eingang hatten – heute haben meist nur noch sehr hochwertige Modelle diesen Eingang. Das Signal des Plattenspielers wird über den Phono-Eingang verstärkt und somit laut genug an die Lautsprecher ausgegeben. Wer also eine bestehende Stereoanlage mit einem solchen Phono-Eingang besitzt oder kaufen möchte, ist auf der sicheren Seite.

Wer keinen Phono-Eingang an seinen bestehenden Geräten hat, kann einen zusätzlichen Phono-Vorverstärker zwischen Plattenspieler und Stereoanlage anschliessen. Hier hat man dann die ganze Auswahl aus Geräten unterschiedlicher Qualitäts- und Preisklassen. Noch einfacher geht es mit einem Plattenspieler, der direkt einen integrierten Phono-Verstärker verbaut hat. In beiden Fällen werden die Geräte dann an einen gewöhnlichen Line- oder AUX-Eingang angeschlossen (also der Anschluss, an dem man auch andere externe Geräte wie MP3-Spieler etc. anschliessen kann). Neben Stereoanlagen lässt sich so der Plattenspieler natürlich auch mit aktiven Lautsprechern verbinden oder man kann ihn sogar in Multiroom-Audiosysteme wie Sonos einbinden.

Ganz neu bei Plattenspielern ist die drahtlose Verbindung per Bluetooth: Hier kann das Signal des Plattenspielers direkt über Funk an Bluetooth-Lautsprecher oder Kopfhörer gesendet werden. Voraussetzung dafür ist jedoch ein Plattenspieler mit eingebautem Bluetooth-Modul, was noch sehr selten anzutreffen ist.

Schallplatten am Computer aufnehmen:

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Bei neu gekauftem Vinyl liegt oftmals der passende Download-Code bei und dank Amazon AutoRip erhält man oft auch hier die MP3 gratis. Alternativ kann man natürlich seine Schallplatten auch selbst am Computer aufnehmen. Hierbei sollte man – neben der Tatsache, dass das Aufnehmen zeitaufwändig ist – Folgendes beachten:

  • Bei einer analogen Übertragung muss das Signal des Plattenspielers durch einen Phono-Vorverstärker (in der Stereoanlage, im Verstärker bzw. Receiver oder durch einen externen Phono-Vorverstärker) und kann dann über ein Audiokabel mit dem analogen Eingang des Computers verbunden werden. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Computer einen solchen Eingang besitzt.
  • Bei einer digitalen Übertragung wird das Signal des Plattenspielers per USB an den Computer übertragen. Dazu bieten einige externe Phono-Vorverstärker einen eigenen USB-Anschluss, mit dem man den Computer direkt anschliessen kann. Viel einfacher geht dies aber bei Plattenspielern, die schon einen eingebauten USB-Anschluss mitbringen. Diese können dann direkt mit dem Computer verbunden werden.

Schallplatten kaufen: 

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Ist man erstmal im Besitz eines Plattenspielers, sollte es nicht an genügend Schallplatten fehlen. Neben dem lokalen Plattenladen vor Ort bietet natürlich auch das Internet genug Möglichkeiten zum Vinyl-Konsum: Bei Amazon kommt man dank des Dienstes AutoRip beim Kauf oftmals in den Genuss des sofortigen und kostenlosen MP3-Downloads. Eine deutlich umfangreichere Auswahl fast aller Genres und oftmals günstigere Preise bietet hingegen der Onlineshop von hhv.de (übrigens auch mit eigenem Ladengeschäft in Berlin).

Zubehör für Plattenspieler und Schallplatten:

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Schallplatten-Reinigung, Auflagematten für Plattenteller, Tonabnehmer und so weiter – das Zubehör-Angebot rund um Plattenspieler und Schallplatten ist riesig! In diesem separaten Artikel sind einige Möglichkeiten genannt, womit der Vinyl-Genuss noch weiter gesteigert werden kann.


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