DIY: DJ-Möbel aus Ikea’s Besta-Serie

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Wer zwei Plattenspieler und ein Mischpult optisch ansprechend im Wohnzimmer unterbringen möchte, hat nicht viel Möglichkeiten. Im einfachsten Fall stellt man alles auf ein Sideboard oder Regal. Doch sieht das Ganze oftmals recht unelegant und durch die ganzen Kabel schnell chaotisch aus. Stilvoller sind da die Lösungen, bei denen die Geräte ins Möbel eingelassen sind – und nur die Geräte-Oberseiten herausschauen. Hier gibt es einige maßgeschneiderte Lösungen, allen voran die edlen Pulte von Hoerboard. Doch auch diese Variante kann nachteilig sein: Abgesehen vom Preis hat nicht jeder den Platz für solch ein Teil oder es passt optisch nicht zum Rest des Raums. Lange Rede, kurzer Sinn: Manchmal ist es die beste Lösung, sich selbst ein passendes Möbelstück zu bauen!

Zeit für einen Ikea Hack: Wer im Internet nach geeigneten Selbstbau-Lösungen sucht, findet zu 100% zum Großteil Umbauten des Ikea Expedit Regals (bzw. künftig wohl des Ikea Kallax Regals). Dessen Fächer eignen sich perfekt um Schallplatten aufzubewahren – kein Wunder also, dass genau dieses Modell besonders oft Verwendung findet (zumal es auch recht preiswert ist). Dass es aber nicht immer das Expedit bzw. Kallax sein muss, soll folgende Anleitung zeigen …

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Ziel war es, zwei Plattenspieler (Technics 1210 MKII) und ein Mischpult (FisherPrice Vestax PMC-005A MKII) unterzubringen – und zwar eingelassen ins Möbel, so dass die Plattenspieler mit ihrer Oberseite bündig mit der Oberseite des Möbels abschliessen. Auch sollte das Ganze preislich im Rahmen bleiben und zum Rest der Einrichtung passen. Da diese aus Teilen der Ikea Besta-Serie besteht war klar, dass ein Element dieser Serie die Basis für diese Projekt bilden soll. Here we go:

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Schritt 1 und 2: Basis für das Möbelstück ist das 120 cm breite Ikea Besta Regal. Hier müssen an drei Teilen Aussparungen gesägt werden: Zum einen an der oberen Deckplatte sowie an der Mittelwand und an der Rückwand des Regals. Am besten man zeichnet sich jeweils mit Bleistift die Linien zum sägen auf, so kann man diese nachher durch wegradieren unsichtbar machen. Das Sägen gelingt am besten mit einer handelsüblichen Stichsäge.

Bei der Deckplatte bleiben seitlich etwa 2,5 cm und vorne etwa 4,5 cm zur Kante hin bestehen, der Rest wird ausgesägt (und wird nachher nicht mehr benötigt).

Die Mittelwand des Regals wird in der Höhe soweit gekürzt, dass sie bündig mit den Regalböden (siehe Schritt 3) abschliesst. Die Postion der Regalböden sollten dabei so gewählt werden, dass die später darauf befindlichen Geräte möglichst auf gleicher Höhe mit der Oberfläche der Deckplatte abschliessen. Wichtig: an der Vorderseite der Mittelwand muss natürlich die gesamte Höhe bestehen bleiben, da hier auch die Deckplatte aufliegt.

Zu guter letzt müssen noch die Teile der Rückwand auf die gleiche Höhe wie der Ausschnitt der Mittelwand gebracht werden.

Schritt 3 und 4: Nun wird die passend zugesägte Deckplatte aufgesetzt und die beiden Regalböden werden eingelegt, wodurch das ganze Regal auch die nötige Stabilität erhält. Unterhalb der beiden Regalböden können beliebig viele weitere eingesetzt werden.

Schritt 5: Ziel ist es ja, die Plattenspieler bündig mit der Deckplatte abschliessen zu lassen. Da sich diese Höhe allein durch die Regalböden nicht exakt erzielen lässt, kommt nun ein zusätzliches Teil zum Einsatz: Eine einfache Hartfaserplatte aus dem Baumarkt (in diesem Fall weiß beschichtet) gleicht die wenigen Millimeter Unterschied aus und bildet einen durchgehend ebenen Boden. Die Platten gibt es für kleines Geld in verschiedenen Stärken und können gleich beim Kauf auf das richtige Format zugeschnitten werden.

Schritt 6: Im Grunde könnten nun schon die Geräte eingebaut werden. Allerdings besteht nun noch das Problem, dass man von vorne zwischen Regalboden und Deckplatte in das Regal hineinsieht. Um dies zu unterbinden kann man zwei passgenaue Teile aus Kapa zuschneiden und in die Lücken einsetzen. Kapa ist ein leicht zu schneidender Schaumstoff, welcher oben und unten mit Karton (in weiß oder schwarz) beschichtet ist. Weiß passte hier wunderbar, da auch der Rest des Regals weiße Türen hat. Wer eine andere Farbe benötigt, kann mit passender Folie die Kappa-Teile bekleben oder alternativ farblich passende Holzteile verwenden.

Schritt 7: Zum Schluss werden die Sägekanten an der Deckplatte abgedeckt. Da das Sägen mit der Stichsäge nie zu 100% sauber machbar ist, werden diese Kanten mit L-Profilen aus Kunststoff verdeckt. Diese sind preiswert und lassen sich passend mit einem Cutter zuschneiden. Soweit wäre das Element nun fertig!

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Da das hier verwendete Besta-Element nur 64 cm hoch ist, stellt man es am besten auf ein weiteres, 40 cm hohes Besta-Regalelement. Dieses kann ohne Veränderungen verbaut werden und nimmt zu allem Glück auch noch passgenau 12″ Vinylscheiben auf. Somit wird eine Gesamthöhe von 104 cm erreicht, was für die meisten ausreichend hoch sein sollte.

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Abschliessend noch ein wichtiger Hinweis: Der oben beschriebene Aufbau funktioniert nur mit relativ schmalen Mixern (24,5 cm Breite sind hier zwischen den Plattenspielern vorhanden). Im Grunde dürfte aber jedes 2-Kanal-Mischpult Platz finden!


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13 Kommentare

    • Tom
    • // > 13.05.13 @ 12:53

    ..wie sieht es mit der Entstaubung aus? Hast du noch eine Abdeckung geplant?

    • unhyped
    • // > 14.05.13 @ 00:00

    Zum Staubschutz liegen die normalen Technics-Abdeckungen auf den Plattenspielern (nur aufgelegt, nicht im Klappscharnier drin); und der Mixer hat Pech, falls er nicht entstaubt wird ;-)

    • Maxim
    • // > 13.06.13 @ 21:05

    Was ist das für ne Uhr da oben? Kannste mir nen Link schicken?

    • unhyped
    • // > 14.06.13 @ 12:14

    Die gab es mal bei Habitat, ist aktuell aber nicht mehr im Sortiment.

    • David
    • // > 14.10.13 @ 11:56

    Wow, sieht richtig super aus… Würde ich auch sehr gerne haben wollen, wird aber leider an den Maßen meines Mixer scheitern (Pioneer DJM-300, 308 x 107 x 220 mm)…

    • unhyped
    • // > 21.10.13 @ 00:15

    @David: Wenn der DJM-300 nur 22 cm breit ist, dann sollte es schon noch passen – die Lücke ist ja gut 24 cm breit.

    • micha
    • // > 20.11.13 @ 20:29

    Moin also ich habs heute mit nem optonico 7100 nachgebaut und es is echt gut geworden das einzige problem waren die profilleisten. War echt schwer die im winkel zu schneiden? Aber danke für die Idee is echt Hammer für wenig Geld.

    • unhyped
    • // > 20.11.13 @ 21:33

    Cool, das freut mich. Wäre toll, wenn Du hier mal ein Foto davon posten würdest, Micha! Zu den Profilen: bei mir hat das mit den weißen Kunststoffleisten recht einfach geklappt (mit Bleistift angezeichnet und abgesägt).

    • unhyped
    • // > 22.11.13 @ 20:57

    So, Micha hat mir freundlicherweise seine Bilder geschickt und zeigt, dass man das Ganze auch super mit einem einzelnen Plattenspieler – in diesem Fall ein seltener Optonica RP 7100 von Sharp – bauen kann. Sehr schön ist das geworden!

    01
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    • GGould
    • // > 03.12.15 @ 17:43

    Hey,

    das sieht total geil aus! Bravi! Wie genau heißt dieses Regal? Finde es leider nicht bei IKEA…

    Grüße!

    • unhyped
    • // > 03.12.15 @ 22:41

    Besta heißt das Regal :-) Falls Du aber die Maße meinst: Der obere Teil ist der Besta-Korpus mit den Abmessungen 120 x 40 x 64 cm, darunter der Korpus mit den Abmessungen 120 x 40 x 38 cm.

    • lisa
    • // > 20.11.16 @ 20:22

    Wir werden das jetzt mal nachbauen, klasse Idee, danke für die Inspiration. Unsere zwei Technics Plattenspieler verdienen einfach etwas besseres :)
    Da du schon damit rumgebastelt hast: Siehst du Probleme, wenn man die Plattenspieler in eine 38er statt 64er Höhe setzt? Kann es mir nicht vorstellen, aber nach einigen Ikea-Hacks merke ich: Der Teufel liegt manchmal im Detail :D

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