Im Test: BeoPlay H9

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Mit seiner kabellosen Bluetooth-Technologie und der aktiven Geräuschunterdrückung stellt der BeoPlay H9 aktuell das Topmodell unter den Kopfhörern von B&O Play dar. Im Test zeigt das Flaggschiff, wie es sich im Alltag schlägt.

Stück für Stück baut B&O Play das Kopfhörer-Sortiment aus: Zuerst gab es den BeoPlay H6, ein kabelgebundener On-Ear-Kopfhörer. Mit ähnlichem Konzept aber besserer Ausstattung kommt der kabellose BeoPlay H8 daher, welcher über Bluetooth und eine aktive Geräusch-Unterdrückung (Active Noise Cancellation, im Folgenden kurz ANC genannt) verfügt.

Die Over-Ear-Alternative zum BeoPlay H6 stellt der BeoPlay H7 mit seinen großen Ohrpolstern dar, welcher sich dank Bluetooth auch kabellos nutzen lässt. Und nun gibt es recht neu den BeoPlay H9 – quasi ein BeoPlay H7, der zudem über eine aktive Geräusch-Unterdrückung (ANC) verfügt.

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Design, Verarbeitung und Materialien

In Sachen Design und Materialwahl macht den Dänen von B&O Play so schnell keiner was vor, und auch der BeoPlay H9 ist dabei keine Ausnahme. Schon beim ersten Kontakt mit dem Kopfhörer fällt die hochwertige Verarbeitung auf: Der Materialmix aus Leder, hochwertigem Textil und Aluminium lässt das Gerät nicht nur hochwertig, sondern auch äußerst robust wirken.

Ein besonderes Highlight sind die Ohrpolster aus extrem weichem Leder, mit denen sich der Kopfhörer auch über einen längeren Zeitraum sehr angenehm tragen lässt. Zur Anpassung an die jeweilige Kopfgröße lässt sich der Bügel stufenlos verstellen und bleibt dabei auch nach langer Benutzung fest in seiner Position.

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Klang und ANC

Eine zentrale Frage bei einem Kopfhörer ist natürlich die nach dem Klang. Und dieser ist – ganz kurz gesagt – großartig! Im regulären Bluetooth-Modus spielt der H9 sehr dynamisch mit beachtlichem Bass und detaillierten Höhen, bleibt dabei aber trotzdem ausgewogen.

Für eine bestmögliche Musikübertragung via Bluetooth unterstützt der BeoPlay H9 die aktuellsten Audio-Codecs. Neben aptX steht auch der AAC-Codec zur Verfügung, was insbesondere iOS-Nutzer freuen dürfte (das Apple auf diesen Geräten ja nach wie vor kein aptX unterstützt). Die Bluetooth-Verbindung war im Test auch unterwegs stets störungsfrei, einzig in einem Großraumbüro voller Bluetooth-Mäuse kam es gelegentlich zu kurzen Aussetzern.

Verbindet man den H9 per Kabel mit einem Abspielgerät, legt er klanglich übrigens nochmals geringfügig zu. Er ist dann etwas neutraler im Bassbereich und spielt zudem deutlich lauter auf – was jedoch nicht bedeutet, dass er im Bluetooth-Modus leise wäre. Man kann es so beschreiben: Kabellos kann man den H9 bei voller Lautstärke noch relativ schmerzfrei nutzen; verbunden mit Kabel kann der H9 aber durchaus lauter spielen, als es dem Gehör gut tut.

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Dank der dicht umschließenden Ohrpolster dringen auch ohne eingeschaltetes ANC relativ wenige Außengeräusche bis zum Ohr durch. Aktiviert man jedoch die aktive Geräusch-Unterdrückung, ändert sich einiges.

Zunächst ein paar allgemeinen Infos zu ANC: Mikrofone am Kopfhörer nehmen die Außengeräusche auf und es wird ein Gegenschall erzeugt, der die vermeintlichen Störgeräusche unterdrücken soll. Somit gibt jeder ANC-Kopfhörer ein Eigenrauschen von sich, was durchaus hörbar ist. Das Filtern der Außengeräusche fällt dabei unterschiedlich aus: gleichmäßige, tiefe Frequenzen werden meist gut eliminiert (zum Beispiel das Rauschen der Bahn oder im Flugzeug), hohe Frequenzen werden hingegen eher weniger gut herausgefiltert. Ein ANC-Kopfhörer wird also kaum alle Außengeräusche filtern können – vielmehr wird versucht, möglichst viele der unterschiedlichen Geräusche zu möglichst effektiv reduzieren.

So leistet das im BeoPlay H9 implementierte ANC erwartungsgemäß auch hier bei gleichmäßigen, mittleren und tiefen Frequenzen die sehr gute Ergebnisse. Die Grundlautstärke einer großen Menschenansammlungen oder das Rauschen der fahrenden Bahn filtert der H9 dabei effektiv heraus. Bei höheren Frequenzen gelingt dies nicht ganz so gut, was aber auch durch die herausgefilterten tiefen Töne eher auffällt. Grundsätzlich ändert sich mit Aktivierung des ANC auch die Klangfarbe des Kopfhörers: Der H9 klingt dann etwas heller und weniger stark im Bass.

Insgesamt leistet das ANC des BeoPlay H9 sprichwörtlich auf Knopfdruck gute Ergebnisse – insbesondere dann natürlich, wenn man zum Beispiel unterwegs vielen Störgeräuschen ausgesetzt ist. Bei ruhigen Umgebungen zahlt es sich jedoch auch aus, dass das ANC eben nur eine Option ist. So kann man nach Belieben den Kopfhörer auch ohne diese Funktion nutzen und dann den „unverfälschten“ Klang genießen.

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Bedienung

Wie eben angesprochen lässt sich das ANC auf Wunsch aktivieren bzw. deaktivieren. Dies geschieht – wie auch die Steuerung der Musikwiedergabe und der Lautstärke – über die berührungsempfindliche Oberfläche der rechten Ohrmuschel.

Mit einfachem Fingertipp werden Funktionen wie Play/Pause gesteuert, mit einem Fingerwisch nach vorne bzw. zurück steuert man das nächste bzw. vorangegangene Lied an. Im Test funktionierte das Bedienkonzept tadellos und erwies sich in der alltäglichen Nutzung als äußerst praktisch. Einzig die Anpassung der Lautstärke erfordert etwas Geduld: Mit kreisförmiger Fingerbewegung ändert man diese, muss aufgrund der feinen Abstufung aber oftmals mehrere Runden mit dem Finger drehen.

Neben der Touch-Oberfläche besitzt der H9 auch einen dreifach gerasterten Schiebeschalter zum Ein- und Ausschalten sowie zur Kopplung mit Bluetooth-Geräten. Beim Einschalten wird stets automatisch ANC aktiviert, mit einem Wisch auf der Ohrmuschel nach unten kann dieses deaktiviert werden. Übrigens: Ist der H9 per Kabel mit einem Abspielgerät verbunden, muss er zur Musikwiedergabe gar nicht eingeschaltet werden. Erst wenn ANC zum Einsatz kommen soll, benötigt er die Stromversorgung.

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Zum Anschluss per Kabel bietet der BeoPlay H9 eine Buchse an der rechten Ohrmuschel. Im Lieferumfang befindet sich dazu ein farblich passendes und rund 1,25 Meter langes Klinkenkabel.

Direkt daneben befindet sich zudem ein Micro-USB-Anschluss, über den der Akku des Kopfhörers geladen wird. Die Ladezeit beträgt rund 2,5 Stunden, was dann für eine Laufzeit von rund 16 Stunden im Bluetooth-Betrieb und 14 Stunden mit aktiviertem ANC ausreicht (im Test hielt er bei mittlerer Lautstärke sogar etwas länger durch).

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In der linken Ohrmuschel sitzt der Akku des H9, welcher sich über eine Klappe entnehmen lässt. In Zeiten fest verbauter und kaum zugänglicher Akkus muss man B&O Play hierfür ein großes Kompliment aussprechen! Sollte nach ein paar Jahren der Akku schlapp machen, ist man nicht auf den Austausch des Kopfhörers angewiesen sondern kann einfach einen neuen Akku besorgen. Zudem kann man bei Bedarf mit einem optionalen Zweitakku die Laufzeit verlängern.

Für Smartphones und Tablets gibt es eine eigene BeoPlay-App, die natürlich auch den H9 unterstützt. Darüber können künftige Firmware-Updates geladen werden, aber auch individuelle Anpassungen zum Klang des Kopfhörers sind möglich – und können dann als Voreinstellungen abgespeichert werden.

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© Fotos: unhyped.de, 2017

Fazit zum BeoPlay H9

Nicht ohne Grund stellt der H9 aktuell das Spitzenmodell unter den Kopfhörern von B&O Play dar: Design, Verarbeitung und Materialien sind perfekt, der Tragekomfort hervorragend und die Bedienung innovativ. Klanglich spielt der H9 auf sehr hohem Niveau und auch die Geräusch-Unterdrückung leistet gute Dienste. Löblich zu erwähnen sind zudem der austauschbare Akku und die Möglichkeit, die ANC-Funktion bei Bedarf deaktiviert zu können – beides ist bei vielen Konkurrenzmodellen nicht gegeben.

Doch nicht nur in seinen Qualitäten, sondern auch mit seinem Preis liegt der BeoPlay H9 derzeit am oberen Ende der Skala kabelloser ANC-Kopfhörer: rund 500 Euro werden aktuell für das Spitzenmodell fällig. Neben der Farbvariante des Testmodells in „Argilla Grey“ ist der H9 zudem in schlichtem Schwarz erhältlich.


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