Rundgang: Eurobike 2014

Eurobike-2014-Teaser

Wie schon im Artikel über das neue Canyon Urban Bike angedeutet, ging es am Donnerstag auf die Eurobike in Friedrichshafen. Mit über 1.200 Ausstellern zählt die Eurobike zu den größten und wichtigsten Messen rund ums Fahrrad weltweit – und bietet für die Branche einen perfekten Zeitpunkt, ihre Neuheiten für das Folgejahr vorzustellen.

Eins vorweg: Ein halber Tag ist eindeutig zu wenig an Zeit, die man für die Messe benötigt – zu viel gibt es zu sehen, zu groß ist das Gelände. Auch ein Grund, warum so mancher Messestand, zum Beispiel der von Grace mit den Pedelec-Neuheiten ONE.15 und Urban, schlicht verpasst wurde.

Doch nun zu den ausgestellten Modellen selbst: Grundsätzlich ist unübersehbar, dass E-Bikes/Pedelecs einen festen Platz erobert haben – so waren auch genau diese Räder die eigentlichen Stars auf vielen Messeständen. Insbesondere die elektrisch unterstützten Mountainbikes ziehen das Interesse auf sich und sorgen vor allem auch dafür, dass Pedelecs ihr althergebrachtes Image vom „Rentnerfahrrad“ nun endlich verlieren dürften. Antriebsseitig gab es neben der Übermacht an Bosch-Motoren auch einige Neuheiten zu sehen: So präsentierte Shimano den neuen STePS-Antrieb, der Brose-Motor war unter anderem bei Rotwild zu sehen und Haibike zeigte den neuen Yamaha-Antrieb in einer ganzen Armada neuer Mountainbikes. Auch Exoten wie ZeHus präsentierten ihre Lösungen für das elektrifizierte Fahrrad.

Neben zahlreichen Fatbikes – dem (Randgruppen-) Trend des letzten Jahres – gab es dieses Jahr einige Lastenfahrräder zu sehen; sicherlich ebenso ein Nischenthema, und trotzdem gerade für den Warentransport in Städten eine Sparte mit Potenzial. Den Großteil der ausgestellten Räder machten aber Mountainbikes und Rennräder aus, daneben gab es viele (und oft langweilige) Stadt- und Tourenräder zu sehen. Zudem fühlt sich inzwischen jeder größere Hersteller berufen, sich an klassischen Rädern in Retro-Optik zu versuchen – doch beherrschen nach wie vor die eher kleinen Produzenten diese Disziplin am besten, wie auch die Auswahl in diesem Artikel zeigt. Los geht’s also mit dem Rundgang Eurobike 2014 und einigen interessanten Neuheiten rund um Urban-Bikes, Zubehör und allem was dazu gehört!

Den Anfang macht das Urban Bike von Canyon: Sicherlich die spannendste Neuheit in dieser Sparte – mit integrierter Beleuchtung, komplett innen verlegten Kabeln und absolut cleaner Optik. Details dazu finden sich im separaten Artikel.

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Das Canyon Urban Bike, hier mit Kettenschaltung

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Der im Lenker integrierte Scheinwerfer von Supernova …

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… und der braune Ledersattel mit federnder Sattelstütze

Pinion überraschte zur Messe mit gleich drei neuen Getrieben auf Basis des 18-Gang Topmodells P1.18 : Zum einen gibt es mit dem P1.12 eine 12-Gang Version (600% Bandbreite, Gangabstufung 17,7%, 2,35 kg), außerdem zwei 9-Gang Getriebe sich die unter anderem auch speziell für den Einsatz in E-Bikes anbieten sollen – das P1.9 XR (Extended Ratio mit 570% Bandbreite, Gangabstufung 24,3% und 2,2 kg) und das P1.9 CR (Compact Ratio, 364% Bandbreite, Gangabstufung 17,5%, 2,2 kg). Zum Vergleich: Das Topmodell P1.18 hat 636% Bandbreite, eine Gangabstufung von 11,5% und wiegt 2,7 kg. Die Gehäuse aller Modelle sind gleich und insbesondere mit einem Nabenmotor im Hinterrad könnten so ganz interessante Pedelecs entstehen. Als einer der ersten Hersteller setzt Grace mit den neuen Modellen ONE.15 und Urban auf dieses Konzept.

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Pinions Tretlager-Getriebe, hier in der 18-Gang Ausführung P1.18

Bei Schindelhauer setzt man auf eine behutsame Erweiterung des Sortiments: Das seit diesem Jahr erhältliche Modell „Friedrich“ (hier im Test) bekommt mit „Frieda“ eine Damenrad-Variante zur Seite gestellt – ebenso mit Lichtanlage, Schutzblechen und Gepäckträger ausgestattet sowie mit einem leicht verlängerten Radstand im Vergleich zum bestehenden Modell „Lotte“. Weitere Neuerung: Die neuen Pinion-Getriebe ziehen gleich ins Schindelhauer-Sortiment ein und werden dafür als eigenständige Flaggschiff-Modellreihe geführt. Bisher war die 18-Gang Version ja als Ludwig XVIII erhältlich, nun heißen die Pinion-Modelle „Wilhelm“ und es gibt drei Ausführungen mit 9, 12 und den 18 Gängen. Vom Singlespeed-Rad „Siegfried“ gibt es zudem eine „Road“-Variante mit Rennradlenker und großartigen, gelochten Bremshebeln – einige Leser werden diese schon von der auf 30 Stück limitierten „Siegfried RR” Version kennen. Daneben gab es einige Zubehörteile zu bestaunen, die sich auch direkt bei Schindelhauer online bestellen lassen.

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Schindelhauer „Frieda“ – die Damenversion des voll ausgestatteten Urban-Bikes „Friedrich“

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Schindelhauer „Wilhelm“ mit Pinon-Getriebe und Scheibenbremsen

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Schindelhauer „Wilhelm“: Schalthebel und Bremse

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Schindelhauer „Wilhelm“: Ausstattung und Preise

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Schindelhauer „Siegfried Road“: Mit Rennlenker und gelochten Bremshebeln

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Separat als Zubehör erhältlich: Schindelhauer-Lenkergriffe …

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… und die Schindelhauer-Pedale, hier mit Lederriemen

Das eCycle von Coboc war hier ja auch schon im Test. Wer wollte, konnte sich auf der Eurobike bei einer Runde im Testparcours selbst ein Bild von dem puristischen Singlespeed-Rad aus Heidelberg machen. Neben der regulären Version mit Bullhorn-Lenker stand auch ein Modell mit „normalem“ Lenker bereit:

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Das Coboc eCycle mit zwei Lenkervarianten

Am Stand von Supernova gab es die ganze bunte Vielfalt der E3-Scheinwerfer zu begutachten. Ganz neu ist die Halterung für den kompakten E3 Pure 3 Scheinwerfer: Damit lasst sich dieser mittig am Lenker anbringen, was – zumindest wie abgebildet in schwarz – sehr gut aussieht.

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Supernova E3: Die ganze Farbpalette …

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… und die neue Lenkerhalterung für das Modell E3 Pure 3

Bleiben wir bei der Beleuchtung: Die Schutzbleche von Curana werden aufgrund ihres puristischen Designs und ihrer stabilen Konstruktion gern verwendet – und mit Hilfe der Lichtexperten von Busch & Müller wurde nun eine Variante mit integrierter Beleuchtung vorgestellt. Besonders für das Rücklicht ist das als „Ilu“ bezeichnete Modell schlicht genial! Vorne kann man sich etwas daran stören, dass das Schutzblech im Bereich des Scheinwerfers mehr vom Reifen absteht (was sich aber bei dieser Konstruktion nicht anders lösen lässt). Trotzdem einen höchst elegante Lösung zur Integration der Beleuchtung.

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Curana Ilu: Rücklicht im Schutzblech in zwei Ausführungen

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Curana Ilu: Passend dazu der Frontscheinwerfer unterm Schutzblech

Wo es hier schon um Schutzbleche geht: Bei Woodie gibt es individuelle Schutzbleche in zahllosen Ausführungen. Wer sein Fahrrad individuell ausstatten möchte, sollte sich dort mal umschauen …

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Schutzbleche von Woodie in Holzausführung …

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… und mit zahlreichen Metall-Oberflächen

Cleane Urban-Bikes stellt auch Mika Amaro her (wie sich auch hier in der Übersicht „Urban Bikes mit Nabenschaltung” nachlesen lässt):

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Mika Amaro „Dressy Pink“ mit SRAM Automatix 2-Gang Schaltung …

Eurobike-2014-Mika-Amaro

und das „Cushy Black 8 Speed“ mit – ganz richtig – 8 Gängen

Aus Finnland kommen Pelago Bicycles, deren Sortiment zahlreiche Räder in klassischer Optik beinhaltet:

Eurobike-2014-Pelago-Bicycles-Damenrad Eurobike-2014-Pelago-BicyclesEurobike-2014-Pelago-Bicycles-Herrenrad

Ebenso klassische Räder kommen von Viva Bikes, bei denen es zudem viele kleine Details an den Rädern zu bestaunen gibt:

Eurobike-2014-Viva-Rockschutz Eurobike-2014-Viva-Gepaecktraeger Eurobike-2014-Viva-Bellissiomo

Die Briten von Pashley zeigten zahlreiche Modelle mit Nabenschaltung: So gab es zum Beispiel neben den Stadt- und Touren-Rädern „Aurora“ und „Countryman“ den sportlichen „Clubman“ und den brandneuen „Pathfinder“ – ein Cross-Rennrad – zu sehen.

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Pashley „Clubman“

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Pashley „Aurora“ und „Countryman“

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Ganz neu: Der Crosser „Pathfinder“

Im Vergleich zu den vorher genannten Herstellern muss man Electra schon fast als Giganten bezeichnen, was sich auch in der Größe des Messestand abbildete. Und trotzdem schaffen es die Amerikaner, schöne Räder mit teils sehr individuellen Details zu bauen (so die Hammerschlag-Schutzbleche und Bremshebel der Ticino-Serie). Ganz neu aber sind die Modelle der „Loft“ Serie:

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Neu von Electra: Die „Loft“-Modelle, hier als Damenrad

Eurobike-2014-Electra-Loft

Eurobike-2014-Electra-Loft-Herrenrad

… und ein Herrenrad der „Loft“ Serie

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Schöne Details: Schutzblech eines Electra „Ticino“ Modells …

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… und der Bremshebel am selben Rad

Auch bei Creme Cycles gab es schöne Räder zu sehen, das Highlight hier war aber der „E-Caferacer“: Ein Pedelec mit dem E-Matic Antrieb von SRAM ausgestattet. Das System besteht lediglich aus einem Akku mit Ein-/Aus-Schalter, welcher hier auf dem Gepäckträger hinter der hölzernen Abdeckung steckt, und einem 2-Gang Nabenmotor im Hinterrad. Das bisher einzige Rad mit dieser Technik war das Townie Go! von Electra – schon allein deshalb ist es schön zu sehen, dass jetzt ein weiterer Hersteller auf diesen Antrieb zurückgreift und ein optisch aufgeräumtes E-Bike für die Stadt baut.

Eurobike-2014-Creme-Cycles-E-Caferacer-Pedelec-E-Bike

Creme Cycles „E-Caferacer“ – Ein cleanes Pedelec für die Stadt …

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… ausgestattet mit dem E-Matic System von SRAM

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Auch sonst schön anzusehen. Die Modellpalette von Creme Cycles

Einen Besuch wert war auch der des Messestands von Brooks: Hier wurde stilvoll das inzwischen recht umfangreiche Sortiment an Fahrradzubehör gezeigt – unter anderem mit dem neuen Cambium Sattel, neuen Taschen und Rucksäcken sowie den mit Carrera entwickelten Helmen, welche sich platzsparend zusammenfalten lassen. Direkt am Stand angegliedert war zudem das Label PEdAL ED aus Japan, welches sich auf hochwertige Kleidung für Radfahrer spezialisiert hat.

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Stilvolle Produktpräsentation: Der Messestand von Brooks

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Der neuen Brooks Cambium Sattel

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Zahlreiche neue Rucksäcke und Taschen

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Auch am Stand: PEdAL ED aus Japan mit Kleidung für Radfahrer

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Vollgepackt mit Infos – das war der Rundgang zur Eurobike 2014

© alle Fotos von unhyped.de, 2014


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4 Kommentare

    • Jörg Hansen
    • // > 31.08.14 @ 15:54

    Ein sehr informativer Bericht mit schönen Fotos. Am spannendsten finde ich nach wie vor das Canyon Urban Bike, das ich hoffentlich demnächst im Sortiment meines Fahrradhändlers finden werde. Allerdings hoffe ich auch, dass es mir in Natura nicht so gut wie auf den Bildern gefällt …

    • unhyped
    • // > 31.08.14 @ 15:58

    Die Hoffnung liegt in der Schonung des Geldbeutels, vermute ich mal :-) Aber keine Sorge: Da Canyon nur direkt verkauft dürfte das Rad beim Händler eh nicht zu sehen sein. Übrigens: Tolle Website, Jörg!

    • Jörg Hansen
    • // > 31.08.14 @ 19:27

    Dankeschön, das Kompliment kann ich nur zurückgeben.

    Du vermutest übrigens richtig: bei Fahrrädern und Möbeln bin ich relativ leicht anzufixen. Beim Canyon gefallen mir besonders die integrierte Lampe (das hätte man hinten vielleicht eleganter lösen können?) und die originäre Optik. Andererseits ist man natürlich bei dieser Konstruktion auf eine Sitzposition festgelegt: Lenker- oder Vorbautausch mal eben ist nicht. Aber wenn man das Rad nur direkt beziehen kann, habe ich ja vielleicht Glück gehabt …

    • Daneil
    • // > 11.10.14 @ 00:03

    Hi,
    ja dem ist leider so, die verkaufen nur im Direktvertrieb. Mein erstes MTB hatte ich lustigerweise damals als Teenager aus Koblenz von einem gewissen Radsport Arnold, ob die sich jetzt noch immer so nennen weiss ich nicht aber auf alle Fälle stecken die hinter der Marke Canyon. Entweder du fährst nach Koblenz in den Showroom und lässt dein Urban dorthin liefern oder du bestellst es blind zu dir auf dem Versandweg wie wohl die meisten Canyon Käufer. Im Laden bei dir um die Ecke testen ist nicht, dafür sind die Preise auch erschreckend günstig für die Komponenten. Mir gefällt das Urban auch in der Naked Variante mit Riemen und im Vergleich zum Schindelhauer sind das schon Welten. Das Viktor kostet 1499 Euro in der Singlespeed Variante. Bei Canyon bekommst du dafür Scheibenbremsen, DT Swiss Laufräder, 8 fach Schaltung, Ledersattel, bessere Kurbel und einfach den geileren Rahmen und das alles günstiger

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